Archive | November 2011

Neue Plattform der antirassistischen Bewegung online

Die neu gestartete Webseite kompass.antira.info bietet einen sehr guten Überblick über “wichtige Termine und Mobilisierungen sowie über unterschiedliche Gruppen und Netzwerke im Feld von Flucht, Migration und Antirassismus”. Ziel der Plattform ist es, “Interessierten einen besseren Zugang zu den vielfältigen lokalen bis transnationalen Initiativen und Kampagnen” der antirassistischen Bewegung zu ermöglichen.

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Kleiner Bericht von der Demo am 22.10.

In dem folgenden Text haben wir nochmals einige Eindrücke von der Demonstration am 22.10. in Bielefeld zusammengetragen:

Am 22.Oktober 2011 haben 400 Personen in Bielefeld an unserer Demonstration gegen Ausgrenzung, Abschiebung und rassistische Migrationspolitik teilgenommen. Die Demonstration zog vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zur Zentralen Ausländerbehörde (ZAB). Hierzu riefen wir, das Aktionsplenum moveandresist sowie die antira ag an der Uni Bielefeld gemeinsam auf. Unterstützt wurde der Aufruf von vielen verschiedenen Gruppen aus ganz NRW.

Die Demonstration startete bei gutem Wetter mit einer Auftaktkundgebung am Hauptbahnhof, wo die Musikgruppe ´Lebenslaute` mit ihren Musikstücken die Demo eröffnete. Anschließend gab es Solidaritätsgrüße aus Erfurt von ´The Voice-Refugee Forum`, wo am gleichen Tag Migrant_innen, Flüchtlinge und Aktivist_innen aus dem gesamten Bundesgebiet gemeinsam auf die Straße gingen, um gegen die Flüchtlingslager und die rassistischen Isolation in Thüringen zu demonstrieren. Nach dem auch unsere Gruppe die Teilnehmer_innen begrüßte, zog der Demonstrationszug lautstark mit der Trommelgruppe Sambistas durch die Innenstadt. Quer durch die Innenstadt erreichte die Demonstration viele Passant_innen, welche den Parolen und Transparenten große Aufmerksamkeit schenkten. Am Rande wurden Flyer verteilt, die deutlich machten, warum die Demonstration stattfand und weshalb gerade auch in Bielefeld auf die verheerende Abschiebepolitik aufmerksam gemacht werden muss. Auf mehreren Zwischenkundgebungen wurde in Reden und kreativen Protestformen die Situation von Flüchtlingen und die Illegalisierung von Menschen in Europa thematisiert. Die erste Zwischenkundgebung erfolgte am Jahnplatz, wo eine Person vom Ak-Asyl einen Redebeitrag zur „Anerkennung von Folter als Asylgrund“ hielt. Ein Redebeitrag vom Kurdistan Zentrum machte auf die rassistische Unterdrückung von Kurden in ihren Herkunftsstaaten und in Deutschland aufmerksam. Abschließend zur Kundgebung am Jahnplatz gab es noch die Vorführung eines ´Tribunals`, indem alle Institutionen, die mit Abschiebungen zu tun haben, angeklagt wurden.

Das Programm der Demonstration war vielfältig und wurde von vielen Gruppen mitgetragen. Weiter ging die Demonstration durch die Altstadt bis zum Rathaus, wo die zweite Zwischenkundgebung wieder von der Gruppe ´Lebenslaute` begonnen wurde und mit ihren Musikstücken zur guten Stimmung der Demonstrant_innen beitrug. Am Rathaus thematisierte ein Redebeitrag einer Aktivistin unserer Gruppe die Situation von Flüchtlingen in Flüchtlingsunterkünften. Ausführlich berichtete sie von ihrer Situation und von den alltäglichen Problemen von Flüchtlingen in Deutschland. Auch Passant_innen blieben interessiert stehen. Ein Redebeitrag von einer Person aus Remscheid, die über die ´Situation und Kämpfe in Flüchtlingsheimen` berichtete, fand ebenfalls großes Interesse. Abschließend zur Kundgebung am Rathaus gab es noch eine Theateraktion, in der Abschiebung durch Fluggesellschaften thematisiert wurde.

Unüberhörbar zog der Demozug mit der Trommelgruppe Sambistas und dem Lauti und lautstarken Parolen zur ZAB am Stadtholz. Auf dem Weg dorthin kam es durch einige äußerst aggressiv auftretende Einsatzkräfte der anwesenden Polizei-Hundertschaft zu mehreren Rangeleien und schließlich sogar zu dem Versuch einzelne Teilnehmer_innen völlig grundlos aus der Demo zu ziehen. Trotz dieser eindeutigen Provokationen gelang es einigen Demonstrant_innen durch das solidarische Eingreifen und Abwehren der gewaltsamen Übergriffe letztendlich Festnahmen zu verhindern. An der ZAB wurden die Demonstrant_innen mit Transparenten zum Thema Bewegungsfreiheit empfangen, die einige Aktivist_innen dort im Vorfeld an den Straßenlaternen angebracht hatten. Eine Person vom Verein ´Hilfe für Menschen in Abschiebehaft` sprach hier abschließend in einem ausführlich Redebeitrag über die „Geschichte des Aufenthaltsrechts“. Nach dem Redebeitrag wurde die Demonstration aufgelöst.

Ein großer Dank an alle, die für die Demo extra nach Bielefeld angereist sind. Wir danken euch für die breite Mobilisierung in euren Kreisen. Danke an alle Unterstützer_innen. Und besonderen Dank an alle, die sich an dem vielfältigen Programm beteiligt haben.